Nach ihrem Bundesliga-Debüt | Fußball-Stars gratulieren Bibi

Steinhaus Debüt

Gibt am Wochenende ihr Debüt als Erstliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus

Franck Ribéry jubelte über ihre Leistung: "Chapeau, Bibiana Steinhaus!". "Angemessen anstoßen" wollte die frischgebackene Erstliga-Schiedsrichterin nach ihrer Premiere am Sonntag im Berliner Olympiastadion. Spieler, Trainer, Medien und auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) applaudierten einhellig: die Steinhaus kann pfeifen und soll - wenn möglich - nicht die einzige Frau im Bundesliga-Zirkus bleiben.

Schon vor der Partie konzentrierte sich alles auf Steinhaus.

In Berlin zeigte Steinhaus eine fast durchgehend souveräne Leistung. Knapp zwei Stunden vor dem Anpfiff im Berliner Olympiastadion nahm sie zum ersten Mal als Hauptverantwortliche den Bundesliga-Rasen in Augenschein, ehe sie 30 Minuten zum Warmmachen einlief - natürlich nicht, ohne mit Hertha-Maskottchen Herthinho abzuklatschen.

Klare Kommunikation, lockeres Auftreten und dennoch ein strenges Regiment: hitzige Situationen löste sie souverän.

Dardai lobte vor allem Steinhaus' Entscheidung, vor dem 1:0 nach einem Foul von Veljkovic an Darida Vorteil laufenzulassen.

In der Schlussphase wurde es aber doch noch erhitzt. Nach ihrem Debüt war die Hannoveranerin glücklich und zufrieden. Dass sie nach einem vermeintlichen Foul an Herthas Valentin Stocker (76.) im Strafraum nicht auf Elfmeter entschied, quittierte das Heimpublikum mit gellenden Pfiffen, der Videoassistent gab ihr jedoch schließlich recht. Als kurz darauf Werders Robert Bauer Berlins Torjäger Vedad Ibisevic (77.) im Sechzehner mit einer riskanten Grätsche vom Ball trennte, lag Steinhaus richtig damit, nicht auf Strafstoß zu entscheiden. Positiv äußerte sich auch Werder Bremens Trainer Alexander Nouri: "Ich habe schon vorher gesagt, dass es keine Rolle spielt, ob ein Mann oder eine Frau pfeift".

Lob für ihr Bundesliga-Debüt erntete Steinhaus dabei nicht nur aus der heimischen Bundesliga.

Steinhaus selbst hatte sich ihr Bundesliga-Ticket redlich verdient.

"Eine Schippe drauflegen" müsse Bibiana Steinhaus, hieß es im Porträt der Zeit, extra viel trainieren, um mit dem Tempo der Männer in der Bundesliga mithalten zu können. Sechsmal war sie Schiedsrichterin des Jahres, leitete 80 Zweitliga-Spiele, seit 2009 ist sie bei internationalen Frauen-Turnieren im Einsatz, zuletzt bei der EM in den Niederlanden. Der Schiedsrichter-Chef des DFB, Fröhlich, der das Spiel auf der Tribüne beobachtet hatte, stellte nach dem Abpfiff routiniert fest: "Nach anfänglicher Nervosität, was normal ist, hat sie das Spiel gut geleitet".

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